ChatGPT & KI

    Anzeigen in ChatGPT: wie sie aufgebaut sind und warum Ihre Praxis dort nicht auftaucht

    Aktualisiert am 11 Min. Lesezeitvon Christian Langel

    Zusammenfassung

    Anzeigen in ChatGPT erscheinen gekennzeichnet unter der Antwort und bestehen laut OpenAI aus sechs Elementen: Name des Werbetreibenden, Favicon, Titel, Text, Landingpage und Bild. Praxen und Kliniken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz tauchen dort nicht auf, weil die Werberichtlinien Gesundheitsdienstleistungen außerhalb der USA ausschließen. Der Beitrag erklärt Aufbau, Formate und Prüfung und zeigt, wie Sie das Prinzip einer durchgehenden Aussage auf Ihre Anzeigen bei Google und Meta übertragen.

    Inhalt

    Wo Anzeigen in ChatGPT erscheinen

    Anzeigen in ChatGPT stehen unter der Antwort, nicht in ihr. Laut dem Hilfeartikel von OpenAI zu den Grundlagen sind sie als Werbung gekennzeichnet und optisch von der Antwort abgesetzt. Es gibt keine Banner und keine Anzeige mitten im Antworttext. Die Anzeige einer Praxis oder Klinik aus dem deutschsprachigen Raum ist dort nach den Richtlinien nicht vorgesehen. Warum das so ist und was Sie aus dem Aufbau trotzdem lernen können, zeigt dieser Beitrag.

    Die Anzeige kann nach der ersten, nach der zweiten oder nach einer späteren Antwort erscheinen. Bei längeren Gesprächen berücksichtigt OpenAI den Gesamtkontext. Unter einer Antwort können außerdem mehrere Anzeigeneinheiten stehen, auch von verschiedenen Werbetreibenden. Umgekehrt bedeutet ein Tarif mit Werbung nicht, dass unter jeder Antwort eine Anzeige steht.

    Wer eine Anzeige sieht, ist gerade dabei, etwas zu verstehen, zu vergleichen oder zu entscheiden. Die Anzeige muss sich deshalb unter einer sachlichen Antwort behaupten und wird an deren Ton gemessen. Laute Bilder und zugespitzte Versprechen wirken in diesem Umfeld fremd. Warum eine Anzeige keine Empfehlung von ChatGPT ist und wie Patienten beides auseinanderhalten, erklären wir im Beitrag Bezahlt ist nicht empfohlen.

    Der Aufbau einer Anzeige in ChatGPT: sechs Elemente

    OpenAI nennt sechs Elemente einer Anzeige: den Namen des Werbetreibenden, das Favicon, den Titel, den Text, die Landingpage und das Bild. Hinzu kommt die Kennzeichnung als Werbung. Nach dem, was die Oberfläche zeigt, setzt OpenAI sie selbst, der Werbetreibende kann sie weder entfernen noch umformulieren.

    Erstens der Name des Werbetreibenden: Er beantwortet die Frage, wer hinter dem Angebot steht, und sollte mit dem Namen übereinstimmen, den die Person auf der Zielseite wiederfindet. Zweitens das Favicon: das kleine Logo, das schon in geringer Größe erkennbar sein muss und die Wiedererkennung unterstützt.

    Drittens der Titel: Er sagt in wenigen Worten, worum es geht. Viertens der Text: Er ergänzt den Titel um eine Information, statt ihn zu wiederholen. Fünftens die Landingpage: Sie löst ein, was die Anzeige ankündigt. Sechstens das Bild: Es stützt die Aussage, ohne sie zu überladen.

    Diese Elemente wirken nur gemeinsam. Eine Person entscheidet sehr schnell, ob ein Angebot zu ihrer Frage passt, und nutzt dafür alles, was sie sieht. Widerspricht der Titel dem Bild oder führt der Klick auf eine Seite, die etwas anderes zeigt, ist das Vertrauen schnell verspielt.

    Formate und Längen: was Werbetreibende beachten müssen

    Für das Bild gilt ein quadratisches Format. OpenAI nennt für den Upload PNG oder JPG, quadratisch, mit höchstens 1200 × 1200 Pixeln, und empfiehlt einfache, relevante Motive, die nicht überladen wirken.

    Für Titel und Text veröffentlicht OpenAI keine Zeichengrenzen. Im Ads Manager haben wir im Oktober 2026 beobachtet, dass der Titel höchstens 50 und der Text höchstens 100 Zeichen lang sein darf. Das ist eine Beobachtung der Oberfläche und kann sich ändern. Aus Kampagnen anderer Branchen wissen wir zudem, dass kürzere Texte auf dem Handy besser lesbar sind, etwa 20 bis 35 Zeichen für den Titel und 30 bis 48 für den Text.

    Für eine Praxis sind diese Maße kein Arbeitsauftrag. Sie zeigen aber, wie knapp eine Anzeige in diesem Umfeld sein muss: In wenigen Worten muss klar werden, wer anbietet, was angeboten wird und warum es zur Frage passt. Diese Disziplin nützt auch bei Google und Meta, wo Überschriften und Anzeigentexte ebenfalls begrenzt sind.

    Was OpenAI bei Anzeigen prüft

    Nach den Werberichtlinien von OpenAI umfasst die Prüfung fünf Bereiche: die Identität des Werbetreibenden, den Titel, den Text, Bild und Medien sowie die Landingpage. Anzeigen müssen wahrheitsgemäß sein, alle Elemente müssen zueinander passen, und die Landingpage muss das Angebot korrekt wiedergeben.

    Ausdrücklich untersagt ist, die Oberfläche von ChatGPT zu imitieren, etwa mit einem Bild, das wie ein Chatfenster aussieht. OpenAI kann solche Anzeigen entfernen oder eine Änderung verlangen. Eine Anzeige soll als Anzeige erkennbar bleiben und nicht wie ein Teil der Antwort wirken.

    Dass auch die Landingpage geprüft wird, ist für Praxen der entscheidende Punkt. Eine Anzeige mit neutralem Titel, die auf ein Angebot aus einer ausgeschlossenen Kategorie führt, wird nach dem beurteilt, was dahinter steht. Zudem muss die Seite für die Prüfung erreichbar sein: OpenAI nennt dafür den Crawler OAI-AdsBot. Sperren über robots.txt, Firewall- oder CDN-Schutz, CAPTCHA, Login oder Geo-Blockaden können die Prüfung verhindern.

    Grün, gelb, rot: der Prüfstatus im Ads Manager

    Im Ads Manager zeigt ein Status, wie eine Anzeige geprüft wurde. Aus unserer Praxis mit Kampagnen anderer Branchen lässt er sich wie eine Ampel lesen. Grün heißt, die Anzeige läuft. Gelb heißt, sie ist eingeschränkt: Man beobachtet sie und lässt sie zunächst weiterlaufen. Rot heißt, sie wurde abgelehnt: Dann wird sie pausiert, sachlicher formuliert und neu eingereicht.

    Die häufigste Ursache für Gelb oder Rot sind nach unserer Erfahrung übertriebene Versprechen. Das deckt sich mit dem Grundsatz, dass Anzeigen wahrheitsgemäß sein müssen. Wer unsicher ist, ob ein Angebot die Prüfung besteht, reicht deshalb zuerst eine einzelne Testanzeige ein und wartet das Ergebnis ab, bevor er größer aufbaut.

    Für Praxen ist an dieser Stelle wichtig: Die Ampel bewertet die Anzeige, sie macht aber kein ausgeschlossenes Geschäftsfeld zulässig. Eine sehr zurückhaltend formulierte Klinikanzeige wird nicht dadurch erlaubt, dass sie sprachlich unauffällig ist.

    Warum Ihre Praxis dort nicht auftaucht

    Der Grund ist eindeutig geregelt. In den Werberichtlinien in der Version 1.6 vom 10.09.2026 heißt es: „Anzeigen für Gesundheitsdienstleistungen außerhalb der USA sind grundsätzlich verboten.“ Eine Praxis oder Klinik für ästhetische Chirurgie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz kann ihre Leistungen in ChatGPT also nicht bewerben, auch nicht mit einem Informationsabend oder einem neutral beschriebenen Beratungstermin. Selbst in den USA sind invasive Eingriffe ausgeschlossen. Die Einzelheiten erklären wir im Beitrag ChatGPT-Werbung für Kliniken: die Richtlinien.

    Ein Konto im Ads Manager anzulegen ist für Firmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz grundsätzlich möglich. An den Inhaltsregeln ändert das nichts. Was bei einer Anmeldung geschieht und warum sie für Kliniken derzeit nicht weiterführt, beschreibt der Beitrag ChatGPT Ads: Anmeldung für Kliniken.

    Wenn Sie in ChatGPT nach Ihrem Fachgebiet fragen und darunter keine Klinikwerbung sehen, ist das kein Zeichen dafür, dass Wettbewerber einen Weg gefunden haben, den Sie verpassen. Es entspricht den Regeln. Vorsicht ist eher bei Dienstleistern geboten, die Ihnen eine bezahlte Nennung in den Antworten in Aussicht stellen. Worauf Sie bei solchen Angeboten achten sollten, lesen Sie im Beitrag Können Kliniken ChatGPT-Antworten einkaufen?

    Die durchgehende Aussage: was Praxen für Google und Meta übernehmen können

    Was sich aus dem Aufbau lernen lässt, ist das Prinzip der durchgehenden Aussage. Absender, Titel, Text, Bild und Zielseite erzeugen dieselbe Erwartung, und jedes Element baut auf dem vorherigen auf. Aus unserer Arbeit kennen wir den häufigsten Bruch: Titel, Text, Bild und Zielseite entstehen getrennt voneinander, oft bei verschiedenen Personen oder Dienstleistern, und am Ende verspricht jedes Element etwas anderes.

    Übertragen auf Ihre Anzeigen bei Google oder Meta heißt das: Überschrift, Bild, kurzer Text und die Seite, auf die die Anzeige führt, beschreiben dasselbe Angebot. Kündigt eine Anzeige einen Beratungstermin zur Lidstraffung an, erklärt die Zielseite genau diesen Termin, mit Ablauf, Dauer, beratender Ärztin oder beratendem Arzt, Ort und dem Weg zur Buchung. Führt die Anzeige stattdessen auf die Startseite, muss die Person selbst suchen.

    Der zweite übertragbare Gedanke heißt Klarheit statt Lautstärke. Wer sachlich beschreibt, was angeboten wird, für wen und in welchem Rahmen, muss keine Wirkung versprechen. Das passt zu den Grenzen, die für Gesundheitswerbung ohnehin gelten, und zu den eigenen Richtlinien, die Google und Meta für Gesundheitsangebote und sensible Daten haben. Lesen Sie diese vor dem Aufbau einer Kampagne nach.

    Wie Anzeige, Landingpage, Automatisierung und Terminvergabe in einer Praxis zu einem System zusammenwachsen, erklärt Schritt für Schritt der kostenfreie Report „Das KI-Neukundensystem für plastische Chirurgen“.

    Ein Prüfblick für Ihre eigenen Anzeigen und Zielseiten

    Aus den sechs Elementen lässt sich ein kurzer Prüfblick ableiten. Gehen Sie ihn vor jeder Freigabe einer Anzeige bei Google oder Meta durch, am besten gemeinsam mit der Person, die die Zielseite betreut.

    Absender: Ist der Name eindeutig und identisch mit dem Namen, der auf der Zielseite und im Impressum steht?

    Logo: Ist es auch in kleiner Darstellung noch erkennbar, etwa im Profilbild einer Anzeige?

    Titel und Text: Sagt der Titel in wenigen Worten, was angeboten wird? Ergänzt der Text eine Information, statt den Titel zu wiederholen? Verzichten beide auf Ergebnisversprechen und Superlative?

    Bild und Zielseite: Zeigt das Bild ruhige Praxisräume oder das Team, ohne Ergebnisse anzudeuten? Erklärt die Zielseite genau das Angebot, das die Anzeige ankündigt, mit Ablauf, Ort und Kontakt? Wer diese Fragen beantwortet, vermeidet die häufigsten Brüche zwischen Anzeige und Seite. Die Prüfung nach den Regeln der jeweiligen Plattform und nach nationalem Recht ersetzt das nicht.

    Für Agenturen und Marketing-Teams anderer Branchen

    Dieser Abschnitt ist nicht für Praxen gedacht. Er wendet sich an Agenturen und Marketing-Teams mit Kunden aus zulässigen Branchen, zum Beispiel digitale Produkte, Bildung, Reisen oder Haushalt. Für Klinikwerbung ist er ausdrücklich keine Anleitung.

    Gerade Agenturen mit gemischtem Kundenstamm sollten die Unterscheidung kennen: Was für einen Softwareanbieter zulässig ist, lässt sich nicht auf eine Praxis übertragen. Wie Anzeigen in ChatGPT aus Gesprächssituationen statt aus Suchbegriffen entstehen, beschreiben wir im Beitrag Kontext statt Keywords. Wer Kampagnen für zulässige Branchen von Grund auf lernen möchte, von der Struktur über die Anzeigentexte bis zur Messung, findet das im ChatGPT Ads Onlinekurs von Christian Langel.

    Research zu analysierten Anzeigen, Benchmarks aus der Community und Unterstützung beim Anlegen vieler Anzeigengruppen bietet AI AdBase. Links zu AI AdBase sind Partnerlinks: Kaufen Sie darüber, erhalten wir eine Provision, für Sie ändert sich der Preis nicht. AI AdBase ist ein unabhängiges Angebot und nicht mit OpenAI verbunden.

    Fazit

    Eine Anzeige in ChatGPT besteht aus sechs Elementen und erscheint gekennzeichnet unter der Antwort. Geprüft werden Absender, Titel, Text, Bild und Landingpage. Praxen und Kliniken aus dem deutschsprachigen Raum tauchen dort nicht auf, weil die Werberichtlinien Gesundheitsdienstleistungen außerhalb der USA ausschließen. Ein Nachteil gegenüber Wettbewerbern entsteht dadurch nicht, denn für alle gelten dieselben Regeln.

    Lohnend ist der Blick auf den Aufbau trotzdem. Das Prinzip einer klaren, durchgehenden Aussage hilft bei Anzeigen auf Google und Meta ebenso wie bei den Zielseiten Ihrer Website. Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihre Region für eine Zusammenarbeit noch frei ist, vereinbaren Sie gern ein kostenloses Erstgespräch.

    Quellen und Stand

    Platzierung, Kennzeichnung und die sechs Elemente beschreibt OpenAI im Hilfeartikel Ads in ChatGPT: the basics und in den häufigen Fragen zu Anzeigen in ChatGPT. Hinweise zum Erstellen von Anzeigen stehen im Artikel Create ads for ChatGPT, die Anforderungen an die Erreichbarkeit der Landingpage im Artikel zu den Crawlern von OpenAI. Die Inhaltsregeln stammen aus den Werberichtlinien (v1.6, gültig seit 10.09.2026). Die Zeichengrenzen für Titel und Text sowie die Ampel sind Beobachtungen aus dem Ads Manager und aus unserer Praxis, keine veröffentlichten Vorgaben von OpenAI. Stand: Oktober 2026.

    Wir geben mit diesem Beitrag keinen Rechtsrat. Für Werbung von Praxen in Deutschland sind vor allem das Heilmittelwerbegesetz und das ärztliche Berufsrecht maßgeblich, für Österreich und die Schweiz gelten eigene nationale Vorschriften.

    Häufige Fragen

    Für Agenturen und Marketingverantwortliche

    Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfen in ChatGPT selbst nicht werben. Agenturen können den Kanal aber für Kunden aus zulässigen Branchen nutzen.

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    Christian Langel

    Autor

    Christian Langel

    Geschäftsführung ÄSTHETIK ADS

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